Anouar Brahem – Souvenance (Review)

Anouar Brahem - Souvenance - Cover

Anouar Brahem – Souvenance


hrm_logo_15x50„Außergewöhnliche Ereignisse erschütterten plötzlich die Leben von Millionen von Menschen. Wie wurden in das unbekannte geschleudert, mit immens großen Ängsten, Freuden und Hoffnungen. Was passierte, lag jenseits unserer Vorstellungskraft. – Es dauerte eine lange Zeit, bis ich diese Musik schreiben konnte.“

Es waren fast vier Jahre, die Brahem benötigte, um die Ereignisse des arabischen Frühlings klanglich aufzuarbeiten. Auf seinem jüngsten Album Souvenance hat er sie mit seinem Quartett und einem Orchester eingespielt. Unaufgeregt aufregende Musik, die über die Spanne von knapp 89 Minuten die Stimmung jener Tage greifbar macht und konsequent hält. Allein das ist schon eine Leistung, die Brahem noch steigert, indem seine Stücke individuell erzählen. Klingt absurd? Wie man es nimmt. Gäbe es zu Smetanas Moldau kein Booklet, wäre auch dieses musikalische Erzählung für die meisten nur ein nettes Geplänkel.

Das Booklet, das ECM dem Album beilegt, beschränkt sich auf viele Fotos der Aufnahme. Neben den einleitenden Worte, mit denen auch dieser Review startete, gibt es kaum weiteren Text. Als Ohröffner bleiben somit nur die Titel der Stücke. Und wer nicht auf seine Erinnerung zurückgreifen mag, kann sich mit Wikipedia behelfen, um ins Bild zu kommen.

Wobei konkrete Revolution gar nicht das Thema ist. Es ist eher die Stimmung, die von den Ereignissen ausgelöst wurde und die Brahem in Töne fasst. Die Mischung westlicher Musik, Instrumentierung und Tonalität mit den Klängen der Oud und arabischen Harmonien, mal mehr, mal weniger eng verwoben, schafft eine konstante Bewegung von „es war“ über „es ist“ zu „es wird (hoffentlich) sein“.

Wem es auf Geschichte und Erlebnis nicht so ankommt, mag in der Instrumentierung seinen Anker finden. Wie schon gesagt, spielt Anouar Brahmen die Oud, ein 12-saitiges arabisches Seiteninstrument, das äußerst selten seinen Weg in den Jazz findet. Sein Quartett komplettieren François Couturier am Piano, Klaus Gesing an der Bassklarinette und Björn Meyer am Bass. Angereichert wird das Quartett, das über weite Teile das Album alleine prägt, vom Orchestra della Svizzera italiana unter Pietro Mianiti.

Als FLAC mit 96 kHz und 24 Bit liefert die Aufnahme von Souvenance ein sehr transparentes, vielfältiges und detailreiches Klangbild, das der Sensibilität der Einspielung sehr entgegen kommt. Den elf Stücken tut diese Darreichung in jedem Fall gut. Ein bisschen, wie der Titel von Stück 8: Like a Dream.



Album-Daten

Titel: Souvenance
Interpret: Anouar Brahem
Genre: Jazz / Mainstream Jazz
Label: ECM
Jahr: 2014
Spielzeit: 88:58 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 24,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m; Straightwire USB-Link
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: ECM unter Verwendung eines Fotos von Nacer Talel von

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