Albat Manufacturer Test Chips: Adhäsives Klang-Tuning

Die Albat Manufacturer Test Chips kommen im Fünfer-Pack und sollen für packende Klangverbesserung sorgen

Die Albat Manufacturer Test Chips kommen im Fünfer-Pack und sollen für packende Klangverbesserung sorgen (womit ein Chip während der Fotosession bereits beschäftigt ist)



hrm_logo_15x50Als ich vor einer Weile die Peter Gabriel-CD So mit Albat-Tuning testete, hatte das Folgen: Ein Briefumschlag mit Albat Manufacturer Test Chips und Albat LMC Loudspeaker Cable Chips landete in meinem Briefkasten. Sie sollen, ähnlich der CD, den Klang von Komponenten respektive Lautsprecher-Kabeln verbessern. Das klingt natürlich nach Voodoo und will getestet werden. Das heißt, vielleicht will es gar nicht. Aber ich will! Und damit es übersichtlich bleibt: Die Manufacturer Chips jetzt, die LMC-Chips in Kürze.


Allgemeines

Die Albat Tuning Chips sind auf den ersten Blick selbstklebende Metallfolien mit schwarzem Aufdruck. Auf den zweiten Blick auch. Auf den dritten Blick kommt im Päckchen ein Beipackzettel zum Vorschein, der erläutert, wie die Chips verwendet werden sollen:



Eingetütet: Die Albat Manufacturer Test Chips kommen zu fünft nebst kurzer Anleitung in einer Tüte verpackt.Eingetütet:

Eingetütet: Die Albat Manufacturer Test Chips kommen zu fünft nebst kurzer Anleitung in einer Tüte verpackt.



Je ein Manufacturer Test Chips ist an ein Endgerät nach Wahl zu kleben. Was sie dann leisten?

Die Manufacturer Chips sollen einen kräftigeren, dynamischeren, räumlicheren Klang der Anlage erzeugen. Da liegt die Messlatte hoch, würde ich sagen.


Lieferumfang

Albat Manufacturer Test Chips werden in einem Tütchen verpackt geliefert. In dem Klarsichtbeutelchen finden sich fünf Manufacturer, dazu gibt es ein gefaltetes DIN A4 Blatt mir einem kurzen Dank und einem kurzen Hinweis zum Gebrauch, das in einer Art schwarzem Umschlag verpackt ist.


Qualität und Verarbeitung

Die Qualität von Aufklebern zu beurteilen, scheint auf den ersten Blick etwas abwegig. Aber die Chips sind ja keine Aufkleber im klassischen Auto-Smiley-Sinne, sondern selbstklebende Metallfolien. Und da liegt sie Sache anders.

Die Folien sich fest, aber flexibel, und auf der Sichtseite hochglänzend metallisiert. Der Aufdruck ist mit seidenmattem Schwarz ausgeführt. Er lässt das Albat-Logo, die Chip-Bezeichnung und die Webadresse hell zu Tage treten.

Was Albat bei den Manufacturer Test Chips nicht verrät ist, was genau an der Folie so besonders ist, wie sie präpariert, informiert oder modifiziert wurde.


Anwendung

Die Anwendung der Albat Tuning Chips ist jedem seit Kindheitstagen vertraut: Schutzfolie abziehen, Aufkleber aufkleben. Fertig.

Wobei, so ganz stimmt das nicht. Die Manufacturer Test Chips werden je eines pro Gerät nach Wahl geklebt, sie können allerdings mit anderen Albat-Produkten kombiniert werden, entfalten als Solisten aber am besten ihre Wirkung, so der Hersteller.

Welches Endgerät bevorzug zu wählen ist, darüber hüllt sich der Beipack-Zettel in Schweigen. Das ist vielleicht auch ganz clever, da Anlagen ungefähr so individuell wie ihre Eigentümer sind. Daher werde ich es mit Herantasten probieren.


Amp solo

Als erster darf der Verstärker als Herzstück der Wiedergabe ein Kleberchen probieren. Weil rückwärtig alles mit Eingängen, Ausgängen und Informationen befrachtet ist, die Seiten aus Holz sind und ich Front und Oberseite optisch unangetastet lassen möchte, bleibt nur, den Boliden auf den Rücken zu drehen. Mit allen Vieren in der Luft bekommt der Yamaha den ersten Manufacturer Test Chip auf den metallenen Unterboden geklebt.



Als erstes der Verstärker: Der Albat Manufacturer Test Chip klebt mittig auf der Unterseite des symmetrisch aufgebauten Yamaha A-S1000

Als erstes der Verstärker: Der Albat Manufacturer Test Chip klebt mittig auf der Unterseite des symmetrisch aufgebauten Yamaha A-S1000



Dann zurückgedreht, zurückgestellt, zurückverkabelt und angestellt. Der Effekt?

Hm, da sind schon ein paar mehr Höhen, eine bessere Feinzeichnung, eine größere Detailfülle. Und eine veritable Bassblässe.

Nun ist mein Hörraum per se nicht der geneigteste Diener der Tieffrequenz. Diese Performance ist allerdings ungewöhnlich dünne. Zur Kontrolle mal die Kopfhörer befragen. Ergebnis:

Exquisite Details, ein neuerlicher Zugewinn an Aufhorchmomenten wegen weiterer Feinheiten, die sich hinter der geöffneten Wiedergabe herausarbeiten. Und: Chronische Bassblässe.


DAC solo

Was für ein Unglück. Zum Glück ist der Manufacturer Chip aus stabiler Metallfolie und mit oberflächenfreundlichem Kleber versehen. So lässt er sich abziehen und andernorts platzieren – unter dem DAC. Ergebnis?

Schon besser. Die Details bleiben, aber Mitten und Tiefen gewinnen an Körper. Nicht sehr doll, aber doch hörbar, im Vergleich. Optimal ist das aber noch nicht. Also dritter Test:


Kopfhörer-Steuergerät

Die Kopfhörer dürfen jetzt auch, respektive das Steuergerät der Koss ESP 950 Elektrostaten. Auch sie sind dem klebrigen Helferlein nicht abgeneigt und lassen sich zu differenzierterer Klangkommunikation verleiten. Im Diskant.

Mitten und Bass sind im Verhältnis zurückhaltend und lassen es ein wenig an Körper missen. Das ist misslich, zumal Albat ja einen Zugewinn an Mikrodetails und kräftigeren, dynamischeren, räumlicheren Klang erzeugen sollen.

Während ich die Mikrodetails, Räumlichkeit und Dynamik sofort unterschreiben kann, halte ich bei kräftiger den Stift lieber in der Tasche fest.


Mal Hand auflegen



Gelegt statt geklebt: In der Annahme, dass Kontakt genügt, liegen zum Test je ein Chip auf Amp, DAC und Mac – allerdings mit dem Gesicht nach unten.

Gelegt statt geklebt: In der Annahme, dass Kontakt genügt, liegen zum Test je ein Chip auf Amp, DAC und Mac – allerdings mit dem Gesicht nach unten.



Da die Chips, so die Theorie des Rezensenten, im Grunde nur Kontakt zur Oberfläche eines Gerätes benötigen und hierzu gar nicht unbedingt geklebt sein müssen, nehme ich weitere drei der Chips und lege sie auf: Den DAC, den Amp. Und den Mac als Klangquelle. Es folgt der Neustart der musikalischen Test-Auswahl.

Und?

Sie an. Es geht doch etwas anders. Zuerst fällt auf, dass der Klang homogener ist als gerade eben noch. Die Frequenzen scheinen auch etwas ausgewogener verteilt, der Bass ist aber noch immer etwas dünne. Oder bloß verfeinert? Hm, ich kann es nicht sagen., könnte aber auch an der fortgeschrittenen Uhrzeit liegen und an veritabler Müdigkeit.

Also Licht aus, Komponenten am Strom lassen und morgen noch mal reinhören.


Einwirkzeit

In HiFi-Voodoo Kreisen wird gerne über die Einwirkzeit von Linsen, Plinsen, Blechlein, Glasobjekten und allerhand anderen Hilfsmittelchen diskutiert. Diese Einwirkzeit pendelt Satirikern zu Folge zwischen 14 Millisekunden und 40 Lichtjahren.

Sollte letzteres der Fall sein, wären Hopfen und Malz verloren für die Albat Chips. Sollte sich das Zeitfenster allerdings in weniger dramatischen Größenordnung einfinden, bestünde Grund zur Hoffnung.


Nach der Nachtschicht

Neuer Morgen, neues Glück. Ausgeschlafen, sattgefrühstückt und wochenend-entspannt geht es zurück in den Hörraum. Die Komponenten sind noch am Strom und bekommen erst einmal die Playlist in leise zu verarbeiten. Fingerübungen, so zusagen. Dann geht es in Runde zwei, mit normaler Hörlautstärke. Resultat?

Oh! Das Thema Einwirkzeit scheint tatsächlich kein Ammenmärchen zu sein. Die Klangdarbietung ist in der Tat ausgewogener als gestern Abend.

Die Höhen liefern weiterhin die versprochenen Mikrodetails, das heißt über Lautsprecher eine etwas transparentere Darstellung, über Kopfhörer tatsächlich mehr Feinheiten in Transienten, Hintergründen und diversen Frequenzgeflechten.

Die Mitten haben jetzt einen passend geformten Korpus und gestalten gleichberechtigt mit den Höhen das Klangbild zu einem natürlichen und angenehmen Ohrgenuss. Auch hier ist ein leichter Zugewinn an Plastizität auszumachen, was der Musik definiv zu gute kommt.

Und er Bass? Passt. Nicht brachial fett, aber sehr definiert und schön konturiert.

Auffällig ist auch, dass die Bühne der Musik Genre übergreifend an Höhe, Tiefe und Transparenz gewinnt. Die Stücke klingen offener und luftiger, ohne dabei an Charakter oder Druck einzubüßen. Das ist charmant.


Fazit

Die Albat Manufacturer Test Chips fallen für die meisten sicher in die Kategorie Hifi-Voodoo. Wie sie funktionieren, verrät der Hersteller nicht. Dass die funktionieren, kann ich durchaus wahr nehmen – und auch das neutrale Ohr, das nie gesagt bekommt, ob oder was sich geändert hat, und trotzdem seine Eindrücke mitteilt:

Im Falle der Albat-Chips bestätigte die nicht eingeweihte Kontrollinstanz die offenere, klarere Darbietung. „Ich habe sie gerade atmen hören“, war ein erstaunter Ausruf vom Hörplatz zu Ellie Goudings Lights. Und als ich dann das Rätsel löste, gab es noch einen: „Are you kidding me? Der Aufkleber soll das gemacht haben?“

Ich kann es nur bestätigen: Das hat der Aufkleber gemacht, zusammen mit seinen Geschwistern.


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Produkt-Daten

Rubrik: Sound Tuning
Hersteller: Albat Bioenergetic Solutions
Produkt: Manufacturer Test Chip
Besonderheit: Informierter selbst klebender Metall-Chip
Maße: 4,5 x 3,2 cm
Preis: 149,00 Euro (5 St.)
Hersteller-Website: ALBAT




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: in-akustik Referenz Cable Base
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: HighResMac/Tom Semmler

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