Abwechselung: Club des Belugas – Nine

Club des Belugas - Nine (cover)

hrm_logo_15x50Wuppertal hat die Wupper, ein Tal, eine Magnetschwebebahn – und eine ziemlich coole NuJazz-Combo namens Club des Belugas. Die besteht im Kern aus Kitty the Bill und Maxim Illion, kann aber auch mit einem halben Orchester aus elf bestehend Musikern auftreten. Eine Art Musikprojekt, das sich auf NuJazz mit Anleihen aus allerlei weiteren Genre einen Namen gemacht hat.

Der Name reicht so weit, dass die US-Talk-Queens Ophra Winfrey und Ellen DeGeneres ebenso auf Musik der Wupperdeutschen schwören, wie die TV-Macher von CSI Miami und CSI New York oder Werbeprofis für Samsung, LG, Kia, Honda, Nivea, Victoria’s Secret, Strenesse und der deutschen Fußballnationalmannschaft. Da kommt natürlich schnell der Verdacht auf, dass Club des Belugas eher eine Jingle- und Gefälligkeitsband ist. Das wäre aber nicht fair für eine Band, die regelmäßig in der Spitze der Club-Charts gelistet ist.

Das jüngste Album Nine unterstreicht das deutlich: Unterhaltsam, ja, aber auch sehr groovy, frech und pfiffig. Auf zwei CDs (auch daran mag der ein oder andere erkennen, dass die Band wirklich was zu bieten hat, denn eigentlich besprechen wir hier ja nur Files in Studio Master Qualität) – also: Auf zwei CDs haben die Wuppertaler Welteroberer sage und schreibe 30 Titel oder gute zwei Stunden Musik abgelegt.

Und das meiste dieser Musik – tja – geht meist gleich in die Beine und verlockt, vor dem hauseigenen Klangtempel herumzutanzen. Oder lässt genussvoll zuhören wie der Opener It’s Only Music, bei dem Ashley Slater die rauh-sämigen Vocals beisteuert. Von sich anschleichender Dynamik ist Full Crazy mit Sängerin Brenda Boykin, das zum Finale seinen unglaublichen Drive noch einen Gang hochschaltet. Selbst vor verspielten Referenzen an Camille Saint-Saëns schrecken Club des Belugas nicht zurück – zumindest könnte Animal Parade als solche durchgehen. Oder… – Sie ahnen schon, die Liste lässt sich problemlos erweitern. Muss aber gar nicht.

Was neben der Spielfreude und meist munteren Dynamik der Musik gleichfalls Spaß macht, ist die Frechheit mancher Arrangements. Pogo Porn startet zum Beispiel mit stumpf abgemischtem Bassdrum-Snare-Wechselspiel, auf dem sich dann ein Bariton-Sax mit einem Alt-Saxophon umspielen, ab und an bezirzt von einem plauderfreudigen Haufen Querflöten. Und als Kontrastprogramm das gradlinige nach vorn geschobene Hard Swing Travelin‘ (CdB Remix), mit Einwürfen synkopierter Drums, Slideguitar und Wha-Wha-Gitarre.

Überhaupt sparen die Bandleader nicht mit Instrumenten: Vibraphon, Xylophon, Violinen, Synthesizer, halbe Orchester, all das auf Beats und Grooves von Bossa bis Jazz und so prima abgemischt, mit so variabel gestellter und jeweils zum Stück passender, authentischer Bühne sauber abgeliefert, dass deutsche Wupper-Provinz als Quelle des Vergnügens schon rein akustisch eigentlich gar nicht in Frage kommt. Ist sie aber trotzdem.

Und darum kann sogar eine CD Spaß machen und für Hörfreude sorgen. Ganze 2 Stunden 19 Minuten und 23 Sekunden. Exklusive CD-Wechsel, versteht sich. Cool.



Album-Daten

Titel: Nine
Interpret: Club des Belugas
Genre: Jazz/Nu Jazz/Lounge
Label: glamjazz
Jahr: 2016
Spielzeit: 2.19:23 min
Format: AIFF 44,1/16 (2 CD-Album)
Preis: 20,90 Euro
Zu finden bei Amazon



Audio-Setup

Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.10.5 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: glamjazz



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