9Bach: Tincian – Review

Tincian heißt das zweite Album der walisischen Band  9Bach, das die Society of Sound schon vor dem offiziellen Release als 96/24-Flac anbietet

Tincian heißt das zweite Album der walisischen Band 9Bach, das die Society of Sound schon vor dem offiziellen Release als 96/24-Flac anbietet

hrm_logo_15x50Können Sie Walisisch? Nicht? Macht nichts. Denn die Musik von 9Bach funktioniert auch, ohne dass der Hörer eine Zeile vom Text versteht. Nach Ihrem Debüt vor sechs Jahren kommt jetzt mit Tincian das zweite Album auf den Markt – am 12. Mai. Bei der Society of Sound ist es schon jetzt zu haben, im Jahresbeitrag von 40 Euro enthalten.

9Bach ist ein Folk-Duo aus dem Örtchen Bathesda in Wales und in jeder Beziehung walisisch: Der Name des Duos hat nichts mit Johann Sebastian Bach gemein, sondern ist ein Spiel mit Zahlen und Klang: Nain, gesprochen wie die Zahl 9 im englischen, meint im Walisischen die Großmutter, Bach bedeutet im Walisischen Klein. Alles Texte sind auf Walisisch, mit Ausnahme des letzten Liedes, das auf Griechisch gesungen ist. Das Duo nimmt seine Alben ausschließlich in Wales auf und lässt sich von walisischen Musikern flankieren. Diesen entschiedenen lokalen Akzent hat den Art Council Wales Music Industry Development Fund überzeugt: Er förderte das zweite Album und legte zu den 12.000 Pfund an Eigenkapital von Sängerin und Gitarrist weitere 30.000 Pfund. Dass hiermit qualitativ sehr hochwertige Aufnahmen möglich wurden, ist auf Tincian unschwer zu hören.

Natürlich ist auch der Album-Titel Tincian walisisch ist. Das Wort kann je nach Region ein Klingeln oder auch einen klaren, hellen Ton meinen. Oder dass jemand in einem Wortgefecht so zugesetzt wurde, dass es ihm im Kopf klingt, als habe ihn ein Hammer getroffen. Für Sängerin Lisa Jen Brown gilt eher die Bedeutung des klaren, hellen Tons. Er ist ein wesentliches Charakteristikum ihres Gesangs. Unangestrengt und sehr fein lässt sie die insgesamt zehn Lieder des neuen Albums atmen und leben.

Hatten 9Bach für ihr Debüt-Albums walisische Volkslieder in zeitgenössische Klänge gekleidet, gehen sie mit Tincian einen anderen Weg. In den neuen zehn Songs erzählt Lisa Jan Brown eigene Erlebnisse, solche von Bekannten und frei erfundene Geschichten. Dass sie ausschließlich auf Welsh, also auf Walisisch, singt, hat dabei zwei charmante Effekte: Der Textbedeutung nachzuspüren gelingt nur noch unter Ausschluss des Sprachwissens, weshalb der instrumentelle Charakter des Gesangs deutlicher in den Vordergrund rückt. Und Walisisch ist weich, was der Stimme noch mehr Zartheit verleiht.

Mit ihrem Debüt-Album wurden 9Bach als Folkband gefeiert. Der Nachfolger wählt einen anderen Weg und pendelt zwischen verschiedenen Stilen. Lliwiau eröffnet das Album mit leichtem Trip-Hop Anklängen und scheint ein bisschen Inspiration aus der benachbarten Region um Bristol aufzunehmen. Langsam fließt es dahin und gibt mit den dunklen vibrierenden Bass-Linien ein perfektes Fundament für den glasklaren Gesang. Mit einem ähnlichen Grundgerüst spielt auch Wedi Torri auf, ein Trip-Hop-Folk Mischung mit viel Charme.

Traditioneller ist Ffarwél, mit knapp sechs Minuten einer der längsten Titel und klanglich schon formal eines Abschieds würdig. Die Hintegrund-Gesang des Männerchors weckt Seemanns-Klischees und bildet einen guten Kontrast zu Sängerin Brown. Auch das Harfen-Solo bei Pa Le ist folkig, wie auch das Stück selber stark von akustischen Instrumenten geprägt ist. Auch Llwybrau atmet Folk in der Instrumentierung mit Rahmentrommel und Gesang, doch auch hier ist brechen die Musiker eine allzu traditionelle Auffassung mit Pop-Rhythmik.

Dass die Society Of Sound das Album schon jetzt veröffentlicht, ist schön für alle, die hier Mitglied sind. Denn sie kommen schon einen Monat im Voraus für einen Jahresbeitrag von nur 40 Euro in den Genuss eines spannenden Albums, das die Grenzen von Folk deutlich verschiebt.



Album-Daten

Name – Tincian
Interpreten – 9Bach
Label – Realworld Records / Society of Sound
Jahr – 2014
Spielzeit – 49:32 min
Format – FLAC 96/24
Preis – Im Jahresbeitrag von 40 Euro enthalten
Zu finden bei Society of Sound



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Realworld Records

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